Hallo,
Braunschweigs schönstes Schreibprojekt geht mit großen Schritten voran. Wer zwischen 14 und 18 Jahren alt ist, kann daran teilnehmen. Bis zum 9. August kannst du dich mit einem selbst geschriebenen Text bewerben. Schicke ihn mit dem Stichwort Mein Braunschweig an musische-akademie@cjd-braunschweig.de. Für die Jury konnten die Braunschweiger Schriftsteller Klaus Nührig und Frank Schäfer gewonnen werden. Wer keinen eigenen Text in der Schublade liegen hat, kann auch einfach diese Frage beantworten: “Welches ist dein Lieblingsort in Braunschweig – und warum?” Es winken nicht nur die Teilnahme an diesem Projekt und eine Veröffentlichung auf der entstehenden Hörbuch-CD, sondern auch tolle Preise, gestiftet von der Buchhandlung Graff (Buchgutscheine und Eintrittskarten) und von der Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg (Konten mit Prepaid-Karten im Wert von 150,-, €, 100,- € und 50,- €]. Mehr Informationen gibt’s bei der Musischen Akademie.
Ich freue mich auf Euch und Eure Texte!
Viele Grüße
Axel Klingenberg
Allein unter Müttern
Juni 24, 2009
Die Bumsdorfer Gerüchteküche ist tot! Es lebe der Komische Salon in der KaufBar! In dieser Reihe gibt es nach der Sommerpause jeden Monat Themenabende, Buchpräsentationen, Gastspiele und natürlich auch eine neue Lesebühne mit Braunschweigs bestgekleideten Schriftstellern und Schriftstellerinnen.
Den Auftakt macht mit Allein unter Müttern eine Lesung über das Leben mit Kindern und anderen Menschen.
Ob vorgetäuschte Co-Schwangerschaften, gemeingefährliche Kinderwagenrennen, zeitraubende Taschengeldverhandlungen oder spontane Reviermarkierungen auf dem Spielplatz – dass das Zusammenleben mit Kindern nicht nur der reinste Irrsinn, sondern auch irrsinnig komisch ist, werden Axel Klingenberg, Frank Schäfer und Thorsten Stelzner mit dieser Lesung unter Beweis stellen. Sie berichten aus ihrem Alltag mit Frau und Kind, lassen zu Vergleichszwecken ihre eigene Kindheit Revue passieren und geben wagemutige Erziehungsratschläge. Vielleicht gelingt es ihnen sogar, glaubhaft zu machen, dass Väter die besseren Mütter sind.

Allein unter Müttern – Satirische Lesung mit Axel Klingenberg, Frank Schäfer und Thorsten Stelzner
12. September, 20.00 Uhr
DRK-Zentrum KaufBar, Helmstedter Str. 135, Braunschweig
5,- Euro
Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei uns im Komischen Salon.
Viele Grüße
Axel Klingenberg
Ausgekocht
Juni 19, 2009
Liebe Gemeinde,
die Bumsdorfer Gerüchteküche hat gestern ihre fulminante Abschiedsvorstellung gegeben und ist damit den Weg allen Irdischen gegangen, also über den Jordan bzw. den Deister. Wo sie jetzt genau ist, weiß also niemand – wir wissen nur: Sie ist nicht mehr hier. Doch Tränen, liebe Leser, sind fehl am Platze, denn nach der Sommerpause wird es eine neue Veranstaltungsreihe mit Themenabenden, Gastspielen und Buchpräsentationen geben – und sogar eine neue Lesebühne (in einer anderen personellen Konstellation) ist schon in Planung. Demnächst werden Sie an dieser Stelle die Möglichkeit haben, an einer Umfrage über ihren Namen teilzunehmen. Wenn Sie schon jetzt Vorschläge machen möchten, mailen Sie uns doch einfach.
Informationen über literarische, satirische, komische Veranstaltungen in der KaufBar und anderswo werden Sie natürlich auch zukünftig auf unserem Blog finden.
Bleiben Sie uns gewogen, wir bleiben es Ihnen auch.
Wir wünschen Ihnen und uns einen schönen Sommer!
Viele Grüße
Axel Klingenberg (im Namen aller Hinterbliebenen)
Dein Braunschweig? – Mein Braunschweig!
Mai 28, 2009
Guten Tag,
wer in Braunschweig schreiben lernen möchte, ist bei der Musischen Akademie an der richtigen Adresse. Jetzt startet sogar ein neues Schreibprojekt, extra für Jugendliche und unter meiner freundlichen Anleitung. Unterstützt wird es von der Volksbank eG Braunschweig-Wolfsburg, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, dem Kulturinstitut der Stadt Braunschweig und der Buchhandlung Graff. Am Ende des Projektes steht ein gemeinsam aufgenommenes Hörbuch mit Euren Texten!
Du möchtest bei diesem Projekt mitmachen? Dann bewirb dich und beantworte folgende Frage: Welches ist dein Lieblingsort in Braunschweig und warum? Die originellsten, witzigsten und schönsten Antworten gewinnen.
Schicke deine Antwort bis zum 9. August an:
Stichwort: Mein Braunschweig, Musische Akademie im CJD Braunschweig, Neustadtring 9, 38114 Braunschweig oder an musische.akademie@cjd-braunschweig.de.
Neben der Teilnahme am Projekt warten tolle Gewinne auf Euch. Zum Beispiel: ein Besuch der Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr, inkl. Übernachtung, Stadtrundgang und Eintrittskarte zur Buchmesse). Außerdem verlosen wir Eintrittskarten für verschiedene Veranstaltungen, Gutscheine der Buchhandlung Graff und Sparbücher bei der Volksbank.
Ich freue mich auf Eure Texte!
Viele Grüße
Axel Klingenberg
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Bumsdorfer Gerüchteküche liegt noch gar nicht unter der Erde, schon gibt es die ersten Nachrufe zu lesen: wortmax.
Unser Dank gilt dem Trauerredner Holger Reichard, der es tatsächlich schafft, gleichzeitig pietätvoll und respektlos zu sein.
Viele Grüße
Axel Klingenberg
Schnipsel des Monats
Mai 15, 2009
Zimmer 11
Das Telefon klingelte. “Guten Tag, Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung…” Weiter kam ich nicht, denn der Anrufer sagte grußlos: “Ich will den Meyer sprechen, Blinddarm, Zimmer 11.”
“Ähm”, antwortete ich. “Sie wollten sicherlich in einem Krankenhaus anrufen…”
“Ja, Meyer, Zimmer 11.”
“Ja, aber hier ist kein Krankenhaus, hier ist ein Verkehrsplanungsinstitut. Sie haben bestimmt die falsche Nummer.”
“Nee, die steht ja hier auf’m Umschlag. Meyer, Zimmer 11.”
Nicht auch noch so einer, kurz vorm Wochenende! “Na ja, vielleicht haben Sie sich vertippt! Wählen Sie doch einfach noch mal. Auf Wiederhören.” Schnell legte ich auf.
Eine Sekunde später kam mein Kollege aus dem Nachbarzimmer.
Das Telefon klingelte erneut.
Bevor ich etwas sagen konnte, hatte er sich den Hörer gegriffen. “Ich will auch mal!”, verkündete er gut gelaunt. Dann säuselte er ins Telefon: “Guten Tag, Verkehrsforschung…”
Stille. Ein verdutzter Blick.
“Meyer? Zimmer 11? Hmmm. Sagen Sie mir mal bitte Ihre Nummer.”
Er nahm sich einen Zettel und kritzelte einige unleserliche Zahlen darauf. “OK. Danke. Herr Meyer meldet sich dann demnächst bei Ihnen. Schönes Wochenende noch.”
Axel Klingenberg
Das jüngste Gericht
Mai 15, 2009
Man soll ja dann aufhören, wenn es am schönsten ist und so wird die Bumsdorfer Gerüchteküche am 18. Juni ihre Abschiedsvorstellung geben! Zur Feier des Tages hat sie mit dem Braunschweiger Cartoonisten und Schriftsteller Karsten Weyershausen einen alten Weggefährten eingeladen, aus seinem neuesten Buch “111 Gründe, erwachsen zu werden” (Schwarzkopf & Schwarzkopf) zu lesen. Gespannt sein darf man auch auf die “111 Gründe, sich selbst zu lieben” sein, die der Werbetexter und Buchautor Holger Reichard erläutern wird.

Der dritte Gast ist die Slam Poetin Wiebke Saathoff, die in Aurich geboren wurde und ihre Jugend in dem wunderschönen Loppersum verbrachte, wo es zwar eine Bushalte zum Rumhängen gab, dort aber nur selten Busse in das große weite Emden fuhren. Nach der Ausbildung bei VW hat sie dann einen für einen Ostfriesen sehr schwierigen Schritt gewagt und ist nach Oldenburg zum Studieren gezogen. In Göttingen hat sie ihr Referendariat gemacht und ihr fundiertes Wissen aufgebaut, welches sie seit vier Jahren in Braunschweig (von Ostfriesland aus gesehen also im Ausland) weitergibt.

Des weiteren werden natürlich die Ensemble-Mitglieder Axel Klingenberg, Marcel Pollex und Daniel Terek die neuesten Elaborate ihres literarischen und satirischen Schaffens zu Gehör bringen. Es moderiert wie immer Roland Kremer. Sein bezaubernder Assistent Ben Büttner sorgt für die musikalische Untermalung des Abends.


Hier noch mal die harten Fakten:
“Bumsdorfer Gerüchteküche” mit den Gästen Holger Reichard, Wiebke Saathoff und Karsten Weyershausen
18. Juni, 20.00 Uhr
DRK-Zentrum KaufBar, Helmstedter Str. 135, Braunschweig
Viele Grüße
Axel Klingenberg
Und keine Sorge: Nach der Sommerpause geht es mit einer neuen Veranstaltungsreihe und einer noch schöneren Lesebühne weiter!
Gerüchteküchenfotos vom 09. April
April 27, 2009
Mit gehöriger Verspätung hier nun die Fotos von der letzten Küche …
- Daniel Terek
- Till Burgwächter
- Marcel Pollex
- Das Auditorium
- Küchengast Lalle G.
- Axel Klingenberg
- Das Auditorium
- Roland & Ben
- Küchengast Kersten Flenter
Alle Fotos von Andreas Reiffer.
Der Herr Verleger hat die großartige Idee gehabt, als Ziel des diesjährigen Betriebsausfluges die Buchmesse in Leipzig anzuvisieren. Buchmessen sind so was wie Familientreffen für die Angehörigen des Literaturbetriebs. Alle kommen zusammen und sich wichtig vor: Autoren, Verleger, Redakteure, Lektoren, Übersetzer, Kritiker, Buchhändler, Antiquare, Drucker, Veranstalter und Agenten. Sogar Leser sollen dort schon gesichtet worden sein.
Frühmorgens, kurz nach acht, trafen wir uns an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig, um von dort aus gemeinsam loszufahren. Sofort begannen wir – inspiriert von dieser akademischen Aura – über Erzählperspektiven und den Einfluss des epischen Theaters auf die Telenovela “City of men” zu schwadronieren. Noch bevor alle Mitfahrer beisammen waren, versiegte unser fundiertes Halbwissen jedoch zu einem schmalen Rinnsal unverständlichen Murmelns, so dass wir unsere Aufmerksamkeit bald wieder auf die wichtigen Dinge des Lebens lenkten, nämlich auf die Qualität des eben gerade gekauften Kaffees bzw. Coffee to gos. Wenn auch der Ausdruck “Qualität” in diesem Zusammenhang eigentlich eher irreführend ist.
Nach einer nicht unbeträchtlichen Zeit des Wartens stieß auch Herr Kremer, der letzte Reisegesellschafter, dazu. Sein Kaffee, den er sich seltsamerweise am Bahnhof am anderen Ende der Stadt gekauft hatte (was immerhin die eigentlich unverzeihliche Verspätung erklärt), schmeckte genau so wenig wie der hier erworbene. Nach einem halben Dutzend schnell noch gerauchter Zigaretten fuhren wir dann doch noch los. Schon nach wenigen Minuten sank das Niveau unseres Betriebsausfluges auf das einer Klassenfahrt herab.
In Leipzig angekommen befanden wir uns daher schon fast auf Augenhöhe mit den zahllosen angereisten Manga-Fans. Die weiblichen von ihnen trugen zumeist unnötig kurze Röcke und himmelblaue Schlüpfer (sogenannte “Manga-Tangas”), die männlichen Tierkostüme. Beides könnte als Ausdruck einer sexuellen Obsession interpretiert werden.
Wir taten das, was man auf einer Buchmesse eben so tut: Herumstehen und reden. Bücher schaut man sich eigentlich nicht an, denn das kann man viel besser in Buchhandlungen. Auf Buchmessen geht man, um zu reden. Zum Beispiel mit realexistierenden oder potentiellen Verlegern. Ist gerade kein solcher greifbar, kann man sich aus was vorlesen lassen.
Lesungen sind auf der Buchmesse nämlich an jeder Ecke. Wir hätten auch Wolf Biermann lauschen können, wollten uns aber nicht den Tag verderben. Zu Wiglaf Droste stießen wir jedoch nicht vor, denn die Wolf-Biermann-Meute wollte nicht gehen. Vielleicht wollte auch Wolf Biermann nicht gehen und zwang seine Jünger, zu seinen Füßen hocken zu bleiben und die Auf-und-ab-Bewegungen seines Schnauzbartes andächtig zu verfolgen.
Deshalb gingen wir an einen anderen Ort, an dem gelesen wurde. Hier rezitierten Dichter und Dichterinnen aus ihren Gedichten. Einer der Dichter sagte, er habe einen Textzyklus bekommen, worauf mein Verleger laut fragte, ob er vielleicht in Wirklichkeit eine Dichterin sei. Ich lachte und distanzierte mich umgehend von dieser geschmacklosen Äußerung. Worum es in den Werken ging, weiß ich nicht genau, aber “Ficken, ficken, ficken” war wohl ein Thema (diese Worte wurden zumindest gebetsmühlenartig wiederholt) bzw. – in einem anderen Prosagedicht – “Beruhigen, beruhigen, beruhigen”. Die Wiederholungen wiederholten sich unaufhörlich. Dann las ein Slammer Texte vor, in denen es um “Loops, Loops, Loops” ging. Im Gegensatz zu den Dichtern und Dichterinnen davor hörten die Menschen ihm aber auch zu, lachten und lachten und lachten und klatschten und klatschten und klatschten. Ein Kundschafter berichtete, dass Wolle Biermann immer noch seinen Schnauzer tanzen ließ.
Dann standen wir wieder im Gedränge herum und redeten. Unsere geleaste Messehostess ging sich unterdessen “mal eben frisch machen”. Es dauerte sehr lange, bis sie wiederkam, was wohl daran lag, dass die Damentoilette von Wolf Biermann-Fans belagert wurde, der sich dort in einer Kabine eingeschlossen hatte, um ungestört “Auferstanden als Ruine” zu singen. Für den Wahrheitsgehalt dieser Erzählung kann ich mich jedoch nicht verbürgen.
Gegen Abend hatten wir es geschafft und durften gehen bzw. fahren. Das Gedränge in der Innenstadt war sehr groß, fast wie auf der Buchmesse selbst. Wolf Biermann war aber nirgends zu sehen. In einer kleinen Gasse war es am schlimmsten: Auf beiden Seiten Straßencafés mit zahllosen Tischen, Stühlen und Heizpilzen. Ich sagte gerade zu Herrn Pollex “so etwas wäre in Braunschweig nicht erlaubt, da würden sofort ein paar Piesepampel einschreiten und ein baldiges Verbot fordern”, als Herr Kremer zu uns aufschloss und “so etwas wäre in Braunschweig nicht erlaubt, das sollte man auch hier sofort verbieten” grallte.
Wir beschlossen, den Abend mit einem zünftigen Konzert zu beschließen. Der Herr Verleger wusste auch schon was und schleppte uns zu einer Veranstaltung, in der vertonte Gedichte eines von ihm verlegten Autoren vorgetragen wurde. Um die Knebelverträge über unsere nächsten Bücher nicht zu riskieren, klatschten wir frenetisch Beifall. Seltsamerweise ließ Wolf Biermann auch diese Bühne unbehelligt.
Ich bin froh, wieder zuhause zu sein und schreiben zu dürfen, schreiben zu dürfen, schreiben zu dürfen.
Ich arbeite gerade an einem fünfzehnseitigen Prosagedicht, das ausschließlich aus den Worten “Ficken” und “Beruhigen” und “Loops” bestehen wird.
Aber ich glaube, ich beginne mich zu wiederholen.
Axel Klingenberg








