Schnipsel des Monats

November 16, 2009

Höllische Weihnachten


Ich plane mit einer neuen Geschäftsidee unendlich reich zu werden. Ich biete auf in der Winterzeit stattfindenden Heavy Metal-Konzerten „Antichrist-Stollen“ an.

Axel Klingenberg

Weihnachtsgeschenke

November 15, 2009

Guten Tag,

 

wenige Wochen sind es nur noch, dann ist wieder Weihnachten – Zeit also, sich Gedanken zu machen, was man der verehrten Schwiegermutter, dem halbwüchsigen Neffen und der geliebten Gattin schenken kann. Und auf diese Frage kann es nur eine Antwort geben: ein gutes Buch. Oder zwei. Oder drei.

Auch die Bumsdorfer haben da einiges zu bieten: Till Burgwächter („Die Wahrheit über Wacken“, „JGTHM – Juhr Gait Tu Hewi Mettäl“, „Die Wahrheit über Fußball“), Holger Reichard („111 Gründe, sich selbst zu lieben“) und Axel Klingenberg („Das Schwert des Xanq“, „Gute Verlierer – Geschichten und Glossen“) haben nämlich  sogar selbst welche geschrieben. Letzterer ist ja bekanntlich auch Co-Herausgeber des Buchmagazins  The Punchliner, zu dessen Redaktion  Marcel Pollex gehört und in dem auch Daniel Terek und Wiebke Saathoff veröffentlichen. Eine schöne Möglichkeit, Bücher bequem zu bestellen, gibt es übrigens hier.

 

Wir wünschen schon jetzt frohe und belesene Feiertage!

 

Ihre Bumsdorfer

Guten Tag,

endlich ist es wieder soweit: Der neue Punchliner ist da! Die Nr. 6 des Zentralorgans der deutschsprachigen Slam Poetry- und Lesebühnenszene ist wie immer prall gefüllt mit großartigen Stories, Shortcuts und Cartoons (und einem Gedicht) der besten und schönsten Autoren des Landes, darunter auch viele Ensemble-Mitglieder der Bumsdorfer Auslese.

Wer außerdem diesmal vertreten ist, lässt sich auf der Verlagshomepage in Erfahrung bringen. Dort kann man natürlich auch den Punchliner bestellen oder am besten gleich abonnieren.

Oder man geht in einen der folgenden Läden, denn dort ist er vorrätig:

Antiquariat Buch und Kunst, Fasanenstraße 12, Braunschweig
Buchhandlung Graff, Sack 15, Braunschweig
Buchhandlung Neumeyer, Bohlweg 26, Braunschweig
Café Riptide, Handelsweg 11, Braunschweig
Guten Morgen Buchladen, Bültenweg 87, Braunschweig
Leseratte, Hopfengarten 40 (Ecke Kastanienallee), Braunschweig
Tatendrang-Design, Breite Str. 18a, Braunschweig
Thalia, Hutfiltern 9, Braunschweig
Thalia, Schlossarkaden, Braunschweig
Bücherhain Papenteich, Gifhorner Str. 2, Meine

Und auch diesmal wird es wieder wundervolle Präsentationsshows geben. Die ersten beiden finden in Hannover (am 25. November im Faust mit Henning Chadde, Hartmut El Kurdi, Axel Klingenberg, Max Lüthke und Johannes Weigel) und Braunschweig (am 11. Dezember in der KaufBar mit Dominik Bartels, Annika Blanke, MarcD., Stefan Damm, Axel Klingenberg, Marcel Pollex und Wiebke Saathoff) statt.

Wir freuen uns!

Axel Klingenberg

Augen zu und durch

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich persönlich möchte gar nicht so genau wissen, was die Zukunft für mich bereit hält. Wenn ich z.B. jetzt schon weiß, dass ich im nächsten Monat auf der Bahnstrecke Braunschweig-Wolfsburg drei Stunden Verspätung haben werde und über Hildesheim fahren muss, weil es wieder eine nicht näher definierte „Betriebsstörung“ gibt, kann ich ja gleich das Auto nehmen. Dann trifft die Prophezeiung aber nicht mehr zu und ich werde das Opfer einer Lüge sein.

Es handelt es sich dabei also um das gleiche logische Dilemma wie bei Zeitreisen in die Vergangenheit – sobald ich diese erreicht habe, ändert sich die Zukunft und die Zeitmaschine startet erst gar nicht, weil es sie oder mich gar nicht gibt.

Viele Menschen scheinen das aber anders zu sehen und lesen Zeitschriften wie den „Zukunftsblick“, Das „Astromagazin“ für Horoskope, Tarot, Numerologie und anderen Orakel-Hokuspokus liefert für nur 1,40 € kompetente Beratung in allen Lebenslagen. Aus dem monatlichen „Astro-Sympathiebarometer“ ist z.B. ersichtlich, dass meine „Lust-Partner“ „Widder, Löwe und Fisch“ sind – das kann ich bestätigen, allerdings ist das in jedem Monat so, schließlich gilt meine Frau in Sterndeuter-Kreisen als „Widder“.

So etwas kann man natürlich in jedem Dummbatzblättchen nachlesen, aber hier findet sich das in aller Ausführlichkeit und in einer Detailfreude, die man nur überblättern kann, um ganz schnell bei den zahllosen Anzeigen hängen zu bleiben. Diese sind nämlich die eigentliche Attraktion auf den 268 Seiten.

Da gibt es Inserate für Hellseherinnen und Hellseher, die man anrufen kann, um sich von ihnen alle „Fragen zu Liebe, Partnerschaft, Beruf, Finanzen, Lebensaufgabe, Spiritualität, Karma u.v.m.“ beantworten zu lassen. Die Methoden sind vielfältig: Lenormandkarten, Erzengelbotschaften, Bewusstseins-Zeitkarten, Rider-Waite-Karten, Channeling, Traumarbeit, Kipperkarten, Liebestarot, Jenseitskontakt, Fern-Reiki, Kaffeesatzlesen, Spirituelles Coaching, Aurasehen… Sogar Hellsehen mit nicht näher definierten „besonderen Fähigkeiten“ wird angeboten – auch wenn ich eigentlich schon ganz gerne genauer wüsste, um was es sich dabei handelt, bevor ich zum Hörer greife und 1,98 € pro Minute zahle.

Nun muss man natürlich immer wieder Anrufe tätigen, um auf dem Laufenden zu bleiben, schöner wäre es doch, langfristig zu investieren. Warum also nicht gleich ein bisschen mehr Geld ausgeben, um z.B. die „Vollkommen Happy“-Karaffe mit 6 Gläsern zu erwerben. Und 94,95 € sind ja auch nicht die Welt, zudem der Boden der Karaffe durch die „Blume des Lebens in Regenbogenfarben“ verziert und in jedes Glas eine Affirmation eingearbeitet ist. „Ich bin vollkommen frei“, „Ich bin vollkommen geborgen“ und „Ich bin vollkommen gelassen“ ist da z.B. zu lesen. Nur „Ich habe einen wahnsinnig schlechten Geschmack und sollte mein Geld lieber für eine Farb- und Stilberatung ausgeben“ steht dort nirgendwo.

Empfehlenswerter, weil man nur 6,90 € vergeudet, ist übrigens das „Mutterverstehspray“, das „einen frischen Beigeschmack von Pfefferminze“ hinterlässt.

Braunschweigs schönstes Schreibprojekt für Jugendliche sucht noch Leute, die mitmachen wollen.

-  Ich schreibe mit Euch Texte und verrate dabei tolle Tipps und Tricks, wie man ein wirklich guter Autor wird.

-  Am Ende des Projektes, im Frühjahr 2010, entsteht ein Hörbuch mit Euren Texten.

- Ihr stellt das Hörbuch öffentlich in Lesungen vor.

- Alle Texte, die im Laufe des Projektes entstanden sind, werden prämiert.

Wir treffen uns jeden Donnerstag von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr in den Räumen der Musischen Akademie, Neustadtring 9, Braunschweig.

Lust mitzumachen? Dann melde dich an:

musische.akademie@cjd-braunschweig.de

Musische Akademie, Neustadtring 9, 38114 Braunschweig.

0531/123 1210

Bis bald!

Axel Klingenberg

Kurz vor der Sommerpause gab die Bumsdorfer Gerüchteküche nach fünfeinhalb Jahren auf dem Zenith ihres Erfolges ihre Auflösung bekannt. Nur wenige Monate später haben sich einige der Ex-Mitglieder mit anderen Braunschweiger Autoren zusammengefunden und starten eine neue Lesebühne. Till Burgwächter, Axel Klingenberg, Marcel Pollex, Holger Reichard, Wiebke Saathoff und Daniel Terek werden ab Oktober alle drei Monate gemeinsam satirische und literarische Texte lesen, Lieder singen und sich dabei von Play-it-again-Ben Büttner am Klavier begleiten lassen.

Wiebke Saathoff steht für niveauvollen Humor

Da der Name Bumsdorfer Gerüchteküche bei all denjenigen, die die Veranstaltung noch nicht kannten und dementsprechend begeistert waren, stets seltsame Assoziationen auslöste, haben sie sich nun einen neuen Namen zugelegt: Bumsdorfer Auslese. Die glorreichen sechs Literaten und ihr Pianist hoffen damit, alle Zweifel an ihrer Seriosität endgültig ausgeräumt zu haben.

Axel Klingenberg weiß seriös zu unterhalten

Jeder Abend wird unter einem speziellen Motto stehen. Das Thema der ersten Veranstaltung lautet „FurchtBare Musik“. Da keiner der Ausleser den Text des anderen kennt, sind sie genauso gespannt wie ihre Gäste, was an diesem Abend in der KaufBar zu hören und zu sehen sein wird.

Till Burgwächter ist im wahren Leben ein überaus kompetenter Musikjournalist

Die Bumsdorfer Auslese findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe Komischer Salon statt.

Ben Büttner legt Wert auf elegante Abendgarderobe

Bumsdorfer Auslese, Lesebühne mit Ben Büttner, Till Burgwächter, Axel Klingenberg, Marcel Pollex, Holger Reichard, Wiebke Saathoff und Daniel Terek

23. Oktober, 20.00 Uhr

KaufBar, Helmstedter Straße 135, Braunschweig

Eintritt: 5,- Euro

War heute das erste Mal im Kindergarten. Wird ja auch Zeit, dass meine Tochter unter Leute kommt. Bin bei dem Kennenlernspielchen „Mein rechter, rechter Platz ist frei“ nicht gewählt worden. Einige Kinder weigerten sich sogar, sich neben mich zu setzen. Hat sich also in den letzten dreißig Jahren nicht viel geändert.
Axel Klingenberg

Plätze und Lager

War mit meiner Freundin in Holland im Urlaub. Etwas ratlos standen wir vor dem Zentralen Omnibusbahnhof in Haarlem und unterhielten uns darüber, welche Buslinie wohl nach Bloemendaal an Zee fährt und wo wir da am besten aussteigen.
Ein älteres Ehepaar sprach uns daraufhin auf deutsch mit starkem holländischen Akzent an. „Woher kommen Sie denn?“, fragte uns der Mann. „Aus Deutschland. Wir wohnen in Braunschweig, das ist in der Nähe von…“ „Kenn ich“, unterbrach er mich. „Ich war mal für längere Zeit in Salzgitter.“ Wir nickten freundlich, so klein ist die Welt. „Ich war Zwangsarbeiter in den Hermann-Göring-Werken“, fügte er lächelnd hinzu. Dann erklärte er uns, wo wir den besten Campingplatz direkt am Meer finden.
Es ist nicht immer schön, ein Deutscher auf Auslandsfahrt zu sein.

PS Aprops Nazis: Habe mir „Inglourious Basterds“, den neuen Tarantino, angeschaut, den ich unbedingt weiterempfehlen möchte. Ganz großes Kino!

Fürsorge und Vernunft

Als ich meinen Sohn und zwei Nachbarsjungen mit dem Bus vom Kindergarten abhole, möchte ich am liebsten vor Scham im Boden versinken. Die Kinder streiten sich um den einzigen freien Fensterplatz. Mein Sohn fängt an zu weinen, die anderen bilden höhnische Sprechchöre, er haut auf einen von ihnen ein, der daraufhin ebenfalls den Tränen freien Lauf gibt.  In der Sitzreihe gegenüber liest ein Mann ein Buch von Michel Foucault, „Dispositive der Macht“. Als wir aussteigen, um die Linie zu wechseln, fragt er: „Wollen Sie aussteigen oder müssen Sie?“ „Das ist in diesem Falle identisch“, antworte ich, froh auch in dieser peinlichen Situation noch einen Rest intellektueller Würde bewahren zu können.