Weihnachtsgeschenke
November 15, 2009
Guten Tag,
wenige Wochen sind es nur noch, dann ist wieder Weihnachten – Zeit also, sich Gedanken zu machen, was man der verehrten Schwiegermutter, dem halbwüchsigen Neffen und der geliebten Gattin schenken kann. Und auf diese Frage kann es nur eine Antwort geben: ein gutes Buch. Oder zwei. Oder drei.
Auch die Bumsdorfer haben da einiges zu bieten: Till Burgwächter („Die Wahrheit über Wacken“, „JGTHM – Juhr Gait Tu Hewi Mettäl“, „Die Wahrheit über Fußball“), Holger Reichard („111 Gründe, sich selbst zu lieben“) und Axel Klingenberg („Das Schwert des Xanq“, „Gute Verlierer – Geschichten und Glossen“) haben nämlich sogar selbst welche geschrieben. Letzterer ist ja bekanntlich auch Co-Herausgeber des Buchmagazins The Punchliner, zu dessen Redaktion Marcel Pollex gehört und in dem auch Daniel Terek und Wiebke Saathoff veröffentlichen. Eine schöne Möglichkeit, Bücher bequem zu bestellen, gibt es übrigens hier.
Wir wünschen schon jetzt frohe und belesene Feiertage!
Ihre Bumsdorfer
Augen zu und durch
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich persönlich möchte gar nicht so genau wissen, was die Zukunft für mich bereit hält. Wenn ich z.B. jetzt schon weiß, dass ich im nächsten Monat auf der Bahnstrecke Braunschweig-Wolfsburg drei Stunden Verspätung haben werde und über Hildesheim fahren muss, weil es wieder eine nicht näher definierte „Betriebsstörung“ gibt, kann ich ja gleich das Auto nehmen. Dann trifft die Prophezeiung aber nicht mehr zu und ich werde das Opfer einer Lüge sein.
Es handelt es sich dabei also um das gleiche logische Dilemma wie bei Zeitreisen in die Vergangenheit – sobald ich diese erreicht habe, ändert sich die Zukunft und die Zeitmaschine startet erst gar nicht, weil es sie oder mich gar nicht gibt.
Viele Menschen scheinen das aber anders zu sehen und lesen Zeitschriften wie den „Zukunftsblick“, Das „Astromagazin“ für Horoskope, Tarot, Numerologie und anderen Orakel-Hokuspokus liefert für nur 1,40 € kompetente Beratung in allen Lebenslagen. Aus dem monatlichen „Astro-Sympathiebarometer“ ist z.B. ersichtlich, dass meine „Lust-Partner“ „Widder, Löwe und Fisch“ sind – das kann ich bestätigen, allerdings ist das in jedem Monat so, schließlich gilt meine Frau in Sterndeuter-Kreisen als „Widder“.
So etwas kann man natürlich in jedem Dummbatzblättchen nachlesen, aber hier findet sich das in aller Ausführlichkeit und in einer Detailfreude, die man nur überblättern kann, um ganz schnell bei den zahllosen Anzeigen hängen zu bleiben. Diese sind nämlich die eigentliche Attraktion auf den 268 Seiten.
Da gibt es Inserate für Hellseherinnen und Hellseher, die man anrufen kann, um sich von ihnen alle „Fragen zu Liebe, Partnerschaft, Beruf, Finanzen, Lebensaufgabe, Spiritualität, Karma u.v.m.“ beantworten zu lassen. Die Methoden sind vielfältig: Lenormandkarten, Erzengelbotschaften, Bewusstseins-Zeitkarten, Rider-Waite-Karten, Channeling, Traumarbeit, Kipperkarten, Liebestarot, Jenseitskontakt, Fern-Reiki, Kaffeesatzlesen, Spirituelles Coaching, Aurasehen… Sogar Hellsehen mit nicht näher definierten „besonderen Fähigkeiten“ wird angeboten – auch wenn ich eigentlich schon ganz gerne genauer wüsste, um was es sich dabei handelt, bevor ich zum Hörer greife und 1,98 € pro Minute zahle.
Nun muss man natürlich immer wieder Anrufe tätigen, um auf dem Laufenden zu bleiben, schöner wäre es doch, langfristig zu investieren. Warum also nicht gleich ein bisschen mehr Geld ausgeben, um z.B. die „Vollkommen Happy“-Karaffe mit 6 Gläsern zu erwerben. Und 94,95 € sind ja auch nicht die Welt, zudem der Boden der Karaffe durch die „Blume des Lebens in Regenbogenfarben“ verziert und in jedes Glas eine Affirmation eingearbeitet ist. „Ich bin vollkommen frei“, „Ich bin vollkommen geborgen“ und „Ich bin vollkommen gelassen“ ist da z.B. zu lesen. Nur „Ich habe einen wahnsinnig schlechten Geschmack und sollte mein Geld lieber für eine Farb- und Stilberatung ausgeben“ steht dort nirgendwo.
Empfehlenswerter, weil man nur 6,90 € vergeudet, ist übrigens das „Mutterverstehspray“, das „einen frischen Beigeschmack von Pfefferminze“ hinterlässt.
Schreibprojekt „Mein Braunschweig!“
September 15, 2009
Braunschweigs schönstes Schreibprojekt für Jugendliche sucht noch Leute, die mitmachen wollen.
- Ich schreibe mit Euch Texte und verrate dabei tolle Tipps und Tricks, wie man ein wirklich guter Autor wird.
- Am Ende des Projektes, im Frühjahr 2010, entsteht ein Hörbuch mit Euren Texten.
- Ihr stellt das Hörbuch öffentlich in Lesungen vor.
- Alle Texte, die im Laufe des Projektes entstanden sind, werden prämiert.
Wir treffen uns jeden Donnerstag von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr in den Räumen der Musischen Akademie, Neustadtring 9, Braunschweig.
Lust mitzumachen? Dann melde dich an:
musische.akademie@cjd-braunschweig.de
Musische Akademie, Neustadtring 9, 38114 Braunschweig.
0531/123 1210
Bis bald!
Axel Klingenberg
Schnipsel des Monats – Mein erster Tag
September 1, 2009
Schnipsel des Monats von Axel Klingenberg
August 22, 2009
Plätze und Lager
War mit meiner Freundin in Holland im Urlaub. Etwas ratlos standen wir vor dem Zentralen Omnibusbahnhof in Haarlem und unterhielten uns darüber, welche Buslinie wohl nach Bloemendaal an Zee fährt und wo wir da am besten aussteigen.
Ein älteres Ehepaar sprach uns daraufhin auf deutsch mit starkem holländischen Akzent an. „Woher kommen Sie denn?“, fragte uns der Mann. „Aus Deutschland. Wir wohnen in Braunschweig, das ist in der Nähe von…“ „Kenn ich“, unterbrach er mich. „Ich war mal für längere Zeit in Salzgitter.“ Wir nickten freundlich, so klein ist die Welt. „Ich war Zwangsarbeiter in den Hermann-Göring-Werken“, fügte er lächelnd hinzu. Dann erklärte er uns, wo wir den besten Campingplatz direkt am Meer finden.
Es ist nicht immer schön, ein Deutscher auf Auslandsfahrt zu sein.
PS Aprops Nazis: Habe mir „Inglourious Basterds“, den neuen Tarantino, angeschaut, den ich unbedingt weiterempfehlen möchte. Ganz großes Kino!
Schnipsel des Monats von Axel Klingenberg
Juli 27, 2009
Fürsorge und Vernunft
Als ich meinen Sohn und zwei Nachbarsjungen mit dem Bus vom Kindergarten abhole, möchte ich am liebsten vor Scham im Boden versinken. Die Kinder streiten sich um den einzigen freien Fensterplatz. Mein Sohn fängt an zu weinen, die anderen bilden höhnische Sprechchöre, er haut auf einen von ihnen ein, der daraufhin ebenfalls den Tränen freien Lauf gibt. In der Sitzreihe gegenüber liest ein Mann ein Buch von Michel Foucault, „Dispositive der Macht“. Als wir aussteigen, um die Linie zu wechseln, fragt er: „Wollen Sie aussteigen oder müssen Sie?“ „Das ist in diesem Falle identisch“, antworte ich, froh auch in dieser peinlichen Situation noch einen Rest intellektueller Würde bewahren zu können.











